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		<title>Fallschirmjäger Traditionsverband Ost e.V.</title>
		<description>News des Fallschirmjäger Traditionsverband Ost e.V.</description>
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			<title>So wurde man Fallschirmjäger der NVA</title>
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So wurde man Fallschirmj&amp;auml;ger der Nationalen Volksarmee ( NVA )



 


In der DDR gab es milit&amp;auml;rischerseits, verschiedene Kampfeinheiten (Piloten und Fallschirmrettungsdienst mal ausgenommen), bei denen das Fallschirmspringen zur Ausbildung geh&amp;ouml;rte. Das waren bestimmte Einheiten des Ministeriums f&amp;uuml;r Staatssicherheit - hier die Unterscheidung zwischen uniformierten Fallschirmspringern, die etwa die gleiche Ausbildung hatten wie die Fallschirmj&amp;auml;ger (es wurden sogar j&amp;auml;hrlich drei Unteroffizierssch&amp;uuml;ler im UAZ des FJB / LStReg. ausgebildet um in ihrer Einheit Gruppenf&amp;uuml;hrer zu werden) und einer schwer durchschaubaren Komponente, die in Zivil sprangen. Diese &amp;bdquo;Zivilisten&amp;ldquo; trafen wir in der Regel nur bei unseren gro&amp;szlig;en Sommersprunglagern aber auch da, hielten diese M&amp;auml;nner sich bedeckt und hatten wenig Kontakt mit uns. Den einen oder anderen kannte man von der Offiziersschule, aber man unterhielt sich nicht &amp;uuml;ber ihre T&amp;auml;tigkeit. Das KSK &amp;ndash; 18 (Kampfschwimmerkommando) war im Ostseebad K&amp;uuml;hlungsborn disloziiert. Mit diesen M&amp;auml;nnern hatte eigentlich nur unser Sprengtaucherzug (sp&amp;auml;ter Aufkl&amp;auml;rungszug) regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig zu tun. Beim Man&amp;ouml;ver &amp;bdquo;Waffenbr&amp;uuml;derschaft 80&amp;ldquo; handelten wir mit den Kampfschwimmern gemeinsam. Im Kernminenausbildungszentrum Klietz tauchten unsere Sprengtaucher. Seite an Seite mit den Kampfschwimmern und auch in der TLE &amp;ndash; 40 (Taucherlehreinheit) entstanden Kontakte zu der sehr geheimen &amp;bdquo;Waffe&amp;ldquo; der Volksmarine der DDR. Die M&amp;auml;nner die ich pers&amp;ouml;nlich kennen gelernt habe, waren sehr bescheidene, hervorragend ausgebildete Vollprofis, die um ihre Aufgabe und um sich kein gro&amp;szlig;es Brimborium veranstalteten. 

In jedem Milit&amp;auml;rbezirk (vergleichbar mit einer Armee) gab es zeitweilig eine SAK (Spezial- Aufkl&amp;auml;rungskompanie; vergleichbar mit den Fernsp&amp;auml;hern der Bundeswehr). Zu ihnen hatten wir regelm&amp;auml;&amp;szlig;ig Kontakt. Man kannte sich von der Offiziershochschule und aus gemeinsamer T&amp;auml;tigkeit. In den Spezial-Aufkl&amp;auml;rungskompanien dienten neben Offz. und Uffz. auch besonders ausgesuchte Soldaten im Grundwehrdienst. Alle waren im Fallschirmspringen ausgebildet. An der Offiziershochschule der Landstreitkr&amp;auml;fte wurden in der Sektion Mot.- Sch&amp;uuml;tzen-Kommandeure die k&amp;uuml;nftigen Offiziere der Fallschirmj&amp;auml;ger herangebildet. 
Zun&amp;auml;chst &amp;ndash; etwa von Mitte der 60er Jahre bis zum Beginn der eigentlichen Hochschulausbildung 1972/73 &amp;ndash; in einem sechsmonatigen Verwendungslehrgang, in den nach einer ca. 2-j&amp;auml;hrigen normalen Offiziersausbildung ausgew&amp;auml;hlte Offizierssch&amp;uuml;ler versetzt wurden. Ab etwa 1972/73 gab es dann eine Aufkl&amp;auml;rungskompanie, die 2. Kompanie der Sektion Mot.-Sch&amp;uuml;tzen-Kommandeure. Diese setzte sich aus zwei Z&amp;uuml;gen des 2. Studienjahres und jeweils 2 Z&amp;uuml;gen des dritten und &amp;ndash;seit der Verleihung des Diplomrechtes an die Offiziershochschule &amp;ndash; des vierten Studienjahres zusammen. Die Zugst&amp;auml;rke lagen bei etwa 25 &amp;ndash; 30 Mann, die gegen Ende des ersten Studienjahres nach dem Bef&amp;auml;higungs- und Tauglichkeitsprinzip und nat&amp;uuml;rlich nach vorhandenem eigenem Interesse ausgew&amp;auml;hlt wurden. Diese Offizierssch&amp;uuml;ler erhielten ab dem 2. Studienjahr eine in gro&amp;szlig;en Teilen andere Ausbildung, als die Mot.- Sch&amp;uuml;tzen-Offizierssch&amp;uuml;ler, also auch eine Fallschirmsprungausbildung. Alle diese M&amp;auml;nner wurden sp&amp;auml;ter in den Aufkl&amp;auml;rungseinheiten (der Regimenter, der Aufkl&amp;auml;rungsbataillone, der SAK usw.) und bei den Fallschirmj&amp;auml;gern als junge Leutnants eingesetzt, denn jedes Mot.- Sch&amp;uuml;tzen- oder Panzerregiment hatte eine Aufkl&amp;auml;rungskompanie, die in der taktischen Tiefe des Gegners handelte. 

Um aber Soldat bei den Fallschirmj&amp;auml;gern zu werden, musste man etwa seit 1967/68 bei der GST (Gesellschaft f&amp;uuml;r Sport und Technik) eine spezielle Ausbildung absolviert haben. Die GST war eine Einrichtung, die vormilit&amp;auml;rische Ausbildung in vielen Bereichen durchf&amp;uuml;hrte. Man zahlte einen geringen Mitgliederbeitrag (ich glaube es waren 1,10 Mark im Monat) und konnte hier seinem Hobby fr&amp;ouml;nen. Hier wurden Tast- und Sprechfunker, Kraftfahrer (Fahrerlaubnis Klasse 1 und 5 also Motorrad und Lkw &amp;ndash; kostete &amp;uuml;brigens nur 70 Mark), Taucher, Flieger (Segel- und Motorflug), Seem&amp;auml;nner (dazu gab es sogar ein Segelschulschiff in Greifswald), mit dem gro&amp;szlig;e Reisen durchgef&amp;uuml;hrt wurden) und andere Spezialisten ausgebildet. Derjenige junge Mann, der bei den Fallschirmj&amp;auml;gern seinen Dienst leisten wollte, musste sich im Wehrkreiskommando melden und sich f&amp;uuml;r eine Mindestdienstzeit von drei Jahren verpflichten. Dann wurde dieser Mann an einem der BAZ (Bezirksausbildungszentren f&amp;uuml;r fliegerische Ausbildung) geschickt, wo er in der Regel &amp;uuml;ber 1 &amp;ndash; 2 Jahre die vormilit&amp;auml;rische Ausbildung zum Fallschirmj&amp;auml;ger genoss. Hier wurde au&amp;szlig;er in den Wintermonaten (also Nov. &amp;ndash; bis Febr.) je eine Woche, in einer Art kasernierter Unterbringung, glashart ausgebildet. Die Ausbilder waren in der Regel ehemalige Fallschirmj&amp;auml;ger. Das ging am Morgen mit Fr&amp;uuml;hsport los, &amp;uuml;ber den Morgenappell, der Vormittags- und Nachmittagsausbildung. 
In diese Zeit fiel auch, die Fahrschule, musste doch jeder Fallschirmj&amp;auml;ger im Besitz der Fahrerlaubnisse f&amp;uuml;r Motorrad und Lkw (Lkw schloss Pkw ein) sein.Eine solide Fallschirmsprungausbildung bildete das Herzst&amp;uuml;ck dieser T&amp;auml;tigkeit. Das begann damit, das jeder zuk&amp;uuml;nftige Fallschirmj&amp;auml;ger seinen Haupt- und seinen Rettungsschirm selber packen musste. Das wurde solange trainiert bis einem fast die Fingerkuppen bluteten. Grunds&amp;auml;tzlich packte jeder seinen Sprungschirm und sein Rettungsger&amp;auml;t selber. Nat&amp;uuml;rlich wurden einzelne Packvorg&amp;auml;nge von erfahrenen Ausbildern, die dazu berechtigt waren, abgenommen. 

Der zuk&amp;uuml;nftige Fallschirmj&amp;auml;ger hatte 12 Fallschirmspr&amp;uuml;nge mit automatischer &amp;Ouml;ffnung, d.h. mit Aufzugsleine - der Laie sagt &amp;bdquo;Rei&amp;szlig;leine&amp;ldquo; - als Minimum zu absolvieren. Dabei wurde keine zus&amp;auml;tzliche Ausr&amp;uuml;stung mit gef&amp;uuml;hrt. Schon beim zweiten Sprung hie&amp;szlig; es, dass der Sprungsch&amp;uuml;ler die manuelle &amp;Ouml;ffnung markieren sollte. Der dritte Sprung wurde mit zus&amp;auml;tzlicher &amp;Ouml;ffnung des Rettungsger&amp;auml;te gesprungen. Das war eine Ma&amp;szlig;nahme der Sicherheit, die trainiert wurde, damit - falls in der Luft eine Havarie auftritt - der Sprungsch&amp;uuml;ler sicher zur Erde gelangt. Dieser Sprung war verhasst. Erstens konnte man dann, am sonst steuerbaren Schirm nicht viel machen, au&amp;szlig;er auf den Po zu fallen und zweitens musste man das Rettungsger&amp;auml;t neu packen. Diese drei ersten Spr&amp;uuml;nge waren in den Anfangsjahren noch Einzelspr&amp;uuml;nge. Ab dem vierten Sprung wurde dann das Abspringen in der Gruppe trainiert. Schon jetzt wurde den zuk&amp;uuml;nftigen Fallschirmj&amp;auml;gern das Verhalten in der Luft mit anderen Springern beigebracht. Ab dem 13. Sprung konnte der Sch&amp;uuml;ler, wenn er wollte und dazu in der Lage war, Freifallspr&amp;uuml;nge durchf&amp;uuml;hren. Das ging los mit 5 Sekunden bis 10 Sekunden. Wenn der Sch&amp;uuml;ler 10 Sekunden sicher in der Luft lag und auch bei der manuellen &amp;Ouml;ffnung seines Schirms stabil blieb, konnte er zur Pr&amp;uuml;fung f&amp;uuml;r Lizenzinhaber zugelassen werden. Hier musste eine theoretische und eine praktische Pr&amp;uuml;fung absolviert werden. Hatte man erst die Lizenz in der Hand, konnte man sich Sportspringer nennen, den Sprungsch&amp;uuml;lern w&amp;auml;hrend des Sprungbetriebsdienstes eine lange Nase zeigen. Man bekam einen Sportschirm und war f&amp;uuml;r sein Tun eigenverantwortlich.

Zur Ausbildung geh&amp;ouml;rte eine umfangreiche physische Schulung. Hier wurden Langstreckenl&amp;auml;ufe trainiert, das &amp;Uuml;berwinden von Wasserhindernissen (schwimmend oder auf einem Seil liegend), die Sturmbahn wurde mehrmals am Tage (auch aus Lust oder zur Strafe bei kleinen Verfehlungen) &amp;uuml;berwunden. Hatte man gute Ausbilder wurden die ersten Grundbegriffe des Nahkampfes erlernt. Das ging nat&amp;uuml;rlich mit den Fall&amp;uuml;bungen und den Grundlagen der Judoausbildung los und endete teilweise schon beim Kampf mit dem Messer (aus Gummi), verschiedenen Varianten von Posten&amp;uuml;berf&amp;auml;llen und dem Nahkampf mit Spaten oder der Fecht - Mpi. 
Gro&amp;szlig;e Aufmerksamkeit wurde auf die Schulung topographischer F&amp;auml;higkeiten und des &amp;Uuml;berlebens im Gel&amp;auml;nde gelegt. Ausgedehnte M&amp;auml;rsche von 15 &amp;ndash; 30 km in unbekanntem Gel&amp;auml;nde, nur mit Kompass und Karte bewaffnet, wurden durchgef&amp;uuml;hrt. Das Einnorden der Karte und das Marschieren nach Marschrichtungszahl brauchte dann sp&amp;auml;ter kein Fallschirmj&amp;auml;ger mehr erlernen, das war in Fleisch und Blut &amp;uuml;bergegangen. Die Schie&amp;szlig;ausbildung war nicht so super. Hier wurde 2 &amp;ndash; 3 mal im Jahr mit dem KK- Gewehr oder der KK &amp;ndash; Mpi (22-er) auf Ringscheibe geschossen. Sanit&amp;auml;tsausbildung und Funkausbildung im Funksprechverkehr geh&amp;ouml;rten ebenfalls zu den Grundlagen der Ausbildung. 

Der H&amp;ouml;hepunkt und Abschluss einer Ausbildung war der Wettkampf zwischen den Bezirksausbildungszentren. Hier stellte jedes Zentrum ein bis zwei Mannschaften, die sich aus den Kameraden zusammen setzte, die als n&amp;auml;chstes ihren Milit&amp;auml;rdienst begannen. Dieser Wettkampf gliederte sich in drei Disziplinen.
- Kraftsport - Klimmziehen und Gewichtsto&amp;szlig;en (50 kg),
- Gruppenzielsprung (hier wurde die Zeit vom Absprung bis zum Sammeln am Landkreuz der gesamten Gruppe gemessen),
- Gel&amp;auml;ndemarsch 15 &amp;ndash; 20 km mit Absolvierung von Stationen nach Zeit, bei denen es unterschiedlich Aufgaben zu l&amp;ouml;sen gab (w&amp;auml;hrend der L&amp;ouml;sung dieser Aufgaben wurde eine Auszeit gegeben).
- Topographie
- Sanit&amp;auml;ts&amp;uuml;berpr&amp;uuml;fung
- &amp;Uuml;berwinden Wasserhindernis mittels Seil
- Schie&amp;szlig;en (wenn die M&amp;ouml;glichkeit bestand)
- Handgranatenweitzielwurf
- Anlegen der Truppenschutzmaske
Sieger war die Mannschaft (bestehend aus je 4 zuk&amp;uuml;nftigen Fallschirmj&amp;auml;gern) die die h&amp;ouml;chste Punktzahl errungen hatte. Aus heutiger Sicht m&amp;ouml;chte ich sagen: Wir haben junge M&amp;auml;nner gehabt, die wussten was sie wollten, sie waren hoch motiviert, hatten Spa&amp;szlig; an der Sache und waren gut auf den harten Dienst bei den Fallschirmj&amp;auml;gern vorbereitet. Fast k&amp;ouml;nnte man meinen, die vormilit&amp;auml;rische Ausbildung zum Fallschirmj&amp;auml;ger war besser als manche Dienstzeit bei Truppen in der heutigen Bundeswehr.



J&amp;ouml;rg Kuhnt


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			<category>Ausrüstung - Ausbildung</category>
			<pubDate>Thu, 04 Jan 2007 09:55:06 +0100</pubDate>
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